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Napoleon III: Kaiser in Konstanz

Die Herrschaft Napoleons des III., "des Kaisers vom Bodensee" endete 1870, nach einer militärischen Niederlage im Deutsch-Französichen Krieg. 1873 verstarb Napoleon III. mit 64 Jahren im englischen Exil. Auch einen großen Teil seiner jungen Jahre hatte Napoleon III. im Exil verbracht und zwar in Konstanz und im nahegelegenen Schloss Arenenberg, am Schweizer Untersee.

Flucht in die sichere Provinz

Seine Mutter Hortense und der kleine Napoleon III. mussten Frankreich nach Napoleon Bonapartes Niederlage 1815 verlassen. Konstanz erschien als sichere Zuflucht, ihr Vermögensverwalter lebte in der Nähe und die badische Großherzogin Stephanie war eine Verwandte. Konstanz war damals nicht mehr als ein kleines Provinzstädtchen von 4.500 Einwohnern, vom mittelalterlichen Glanz zu Konzilzeiten war wenig übrig. In Konstanz galt Napoleon III. als Draufgänger und Schürzenjäger, besuchte Sommerfeste und Fasnachtsbälle und war regelmäßig im Stadttheater zugegen.

Der junge Napoleon und seine Mutter wohnten zunächst in Konstanz, vermutlich im Schloss Seeheim. Danach zogen sie ins Schloss Arenenberg (Salenstein), ca. 8 Kilometer vor den Toren von Konstanz gelegen. Dort befindet sich heute ein Napoleonmuseum.

Theater, Konstanz
Napoleon III. war oft im Stadttheater

Napoleon III und Paris

1848 übernahm Napoleon III. die Macht in Frankreich, zunächst als demokratisch gewählter Präsident, 1852 ließ er sich zum Kaiser Frankreichs ausrufen. Das heutige Bild von Paris hat Napoleon III. maßgeblich geprägt. Er ließ große Teile der Stadt abreißen und unter der Leitung von Baron Haussmann viele breite Alleen anlegen. Napoleon III. war der letzte Kaiser Frankreichs.

Wer mehr zu dem Thema wissen will, dem sei das Buch Napoleon III./Der Kaiser vom Bodensee von Tobias Engelsing empfohlen (2008).