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Eis auf dem Bodensee

Die Klimaprognosen für die Zukunft sind dramatisch. Am Bodensee waren die allermeisten Winter seit Beginn der 1990er Jahre ungewöhnlich warm. Schnee und Eis waren rar. Innzwischen sind die Wetterschwankungen stärker geworden. In den vergangenen Jahren hat es wieder mehr geschneit und es sind immerhin ein paar Flachwasserzonen zugefroren. Die Bereiche des Sees mit tieferem Wasser waren aber weit davon entfernt, zuzufrieren. Der Bodensee hatte einfach noch viel Wärme gespeichert (mehr zum Klima am Bodensee).

Während der tiefere Obersee meist weitgehend eisfrei bliebt, frieren Teile des flacheren Untersees sehr viel schneller zu. Zum Schlittschuh laufen bietet sich dann insbesondere der Gnadensee zwischen der Reichenau und Hegne an. Auch wenn es nicht sonderlich wahrscheinlich erscheint, dass in absehbarer Zukunft der gesamte See zufriert, so sei doch ein Rückblick auf das letzte Mal gestattet:

1962 setzte im November starker und langanhaltender Frost ein. Anfang Februar 1963 bis Anfang März 1963 war der See dann komplett zugefroren, ein spektakuläres Ereignis. Die einheimische Bezeichnung hierfür ist: "Seegfrörne".

Gustav Schwabs trauriges Gedicht "Der Reiter und der Bodensee" (1. Hälfte 19. Jh.) handelt von einer solchen Seegfrörne, ein ortsfremder Reiter durchquert, ohne es zu wissen, den gefrorenen See:

.... Der Fremde schaudert, er atmet schwer:
Dort hinten die Ebne, die ritt ich her!

Da recket die Magd die Arm in die Höh:
»Herr Gott! so rittest du über den See!«


...(Hier geht es zum ganzen Gedicht).