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Vom Grenzzaun zur Kunstgrenze

Bis zum Jahr 2006 waren die beiden Nachbarstädte Kreuzlingen und Konstanz durch einen Grenzzaun getrennt. 1939/1940 wurde der Zaun in deutsch-schweizerischem Einvernehmen gebaut. Beide Seiten steuerten jeweils ein Teilstück bei. Flüchtlingen war der Weg aus Nazi-Deutschland heraus damit versperrt.

Hitler-Attentäter verhaftet

Der wohl bekannteste Zwischenfall an diesem Grenzzaun ist die Verhaftung von Georg Elser. Dieser hatte am 8. November 1939 im Münchner Bürgerbräukeller einen Bombenanschlag verübt, mit dem Ziel Adolf Hitler zu töten. Er verfehlte Hitler knapp und wurde in Konstanz, beim Versuch in die Schweiz zu fliehen, verhaftet.

Nachkriegszeit

Nach Ende des Krieges wurde der Zaun aber keineswegs eingerissen. 1973 errichtete man auf dem Areal Klein-Venedig sogar ein neues Teilstück. Klein-Venedig war bis in die 50er Jahre Seefläche, wurde dann als Mülldeponie genutzt und letztendlich mit einer Erdschicht bedeckt und schließlich auch durch einen Grenzzaun gesichert.

Kunstgrenze statt Grenzzaun

Die Beziehungen zwischen Kreuzlingern und Konstanzern sind gut, viele Kreuzlinger und Konstanzer wohnen, arbeiten oder tätigen Einkäufe jenseits der Grenze. So erschien der Grenzzaun wohl den meisten wie ein seltsames Relikt aus längst vergangenen Zeiten. Und 2006 war's dann endlich soweit. Der Zaun wurde eingerissen und auf Klein-Venedig markieren nun 22 Skulpturen des Künstlers Johannes Dörflinger den Grenzverlauf.